Auf nach Helgoland!

Schon seit etlichen Jahren, hat es mich immer gereizt eine Reise ans Meer zu machen.
Leider passte es oft terminlich nicht. Und wenn ich dann Zeit hatte, war das Wetter für eine mindestens 2- tägige Reise nicht stabil genug.
Beruflich war es kurz vor den Betriebsferien etwas ruhiger geworden und mein Sohn Phillip, der gerade Urlaub hatte, gab auch einen begeisterten Copiloten ab.

So wurde beschlossen die Reise anzutreten.


Das Wetter war für den 1. Tag sehr gut voraus gesagt. Am 2. Tag für den Rückflug sollte es schlechter werden, und auch etwas regnen. Aber die Wolken Untergrenzen sollten um diese Jahreszeit passen. Ein Hotelzimmer konnte so kurzfristig trotz Hochsaison auch noch gefunden werden.
Somit ging es morgens nach der Flugvorbereitung auf den Flugplatz. Die erste Strecke sollte bis Emden führen, dort dann volltanken da auf Helgoland laut Internet aktuell kein Flugbenzin vorrätig war. Dann nach Helgoland und am nächsten Tag mit einem Tankstopp in Porta Westfalica zurück nach Haiterbach.

Also Flugzeug aufgetankt, Köfferchen in den Gepäckraum und los.


Das Wetter war wie vorausgesagt. Zunächst blauer Himmel später als die Thermik einsetzte 2/8 Cumulus Wolken.
Der erste Teil des Fluges ging zur Einstimmung westlich vom Frankfurter Luftraum vorbei über Reinhessen das Mittelrheintal, and der Loreley vorbei, dem ollen Kaiser Wilhelm in Koblenz und Duisburg bis hoch nach Emden.
Kurz vor Emden freuten wir uns nach 2 ¾ Stunden Flug schon gewaltig endlich das Meer zu sehen.
Doch als wir näher kamen hatte uns die Ebbe ein Schnippchen geschlagen. Das Meer war wohl gerade weg zum Mittagessen. Nichts als Schlickflächen so weit das Auge reichte.


In Emden bekamen wir aber immerhin schon einen Vorgeschmack auf das Meer.
Dort sind viele kleine, zweimotorige, gewerbliche Flugzeuge unterwegs welche die Verbindung zu den verschiedenen Nordseeinseln aufrecht erhalten. Transporthubschrauber bringen Personal und Material zu den Offshore- Plattformen und den Baustellen für die Windkraftanlagen.
In Emden hatten wir nach dem Tanken noch etwas Aufenthalt um die Mittagsruhe auf Helgoland abzuwarten.
Dies war unser Glück, denn jetzt setzte die Flut ein und nach dem Start konnten wir uns an dem Farbenspiel zwischen den Flachwasser Zonen, Land und Meer richtig satt sehen.


Unser Flugweg führte über Norderney und Wangerooge entlang der friesischen Inseln. Ab Wangerooge ging es dann mit Kurs Nord hinaus aufs Meer. Es sind nur 20 Minuten von Wangerooge bis Helgoland aber für uns Landratten war es schon etwas ungewohnt ins Blaue zu fliegen ohne einen Anhaltspunkt und ohne Helgoland sehen zu können.
Unter uns lagen Schiffe die darauf warteten in die Elbe einlaufen zu dürfen.
Da tauchte auch schon Helgoland am Horizont auf. Seit einem schweren Sturm vor vielen Jahren ist es in 2 Teile geteilt. In eine höhere Hauptinsel und eine flache Düneninsel auf der sich der Flugplatz befindet.


Auf dem Flugplatz war einiges los. Es waren nicht nur die Inselflieger da sondern auch viele Tagesgäste mit ihren diversen Flugzeugen.
Mit Sand und Sonnenschein hatte man den Eindruck auf einer Karibik Insel gelandet zu sein.
Den Rest des Tages wollten wir Helgoland erkunden. Also nichts wie rauf auf die Fähre und rüber auf die Hauptinsel. Unterwegs sahen wir schon die ersten Seehunde.
Zu Fuß konnten wir dann noch die Insel umrunden. Die Klippen und die „Lange Anna“, das Symbol Helgolands betrachten.
Am 2. Tag machten wir uns nach einem Einkaufsbummel mit der Fähre auf den Rückweg zum Flugplatz.


Am Strand von Helgoland Düne lag eine ganze Kolonie von Seelöwen und diese dösten im Sand. Mein Sohn Phillip konnte sich ihnen gut annähern und viele schöne Bilder machen. Somit war der Ausflug wirklich komplett abgerundet.
An diesem zweiten Tag war das Wetter uns allerdings nicht mehr ganz so gewogen. Eine Wetterfront war in der Nacht aufgezogen. Die Bewölkung wurde kompakter und tief. Teilweise gab es leichten Nieselregen. Aber es blieb gemäß der Wettervorhersage fliegbar.

Nach dem Start drehten wir noch eine Runde um die Insel. Diese war trotz leichtem Nieselregen ein schöner Anblick.
Auf Grund der tieferen Bewölkung konnten wir auf dem Rückflug nicht über 800 Fuß steigen. Aber über dem Wasser und den flachen Inseln gab es ja keine hohen Hindernisse die uns den Weg versperren konnten.


Der Rückweg führte uns Richtung Osten nach St. Peter-Ording. Dann um eine Regenfront zu vermeiden über dem Wattenmeer der Küste entlang.
Als wir dann über Bremen zu unserem Tankstop nach Porta Westfalica flogen, wurde das Wetter etwas besser und die Bewölkung stieg an.
Auf unserem Heimflug Richtung Süden waren wir wieder auf gewohnten Flugstrecken unterwegs, und am Spätnachmittag kamen wir mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck in Haiterbach an.

Text Peter Schuon

Fotos Phillip Schuon

Flug im April von Horst Ehni

Bereits seit ein paar Jahren schwebt mir ein Flug entlang des Schweizer Jura Richtung Genf vor.
Die Gegend ist mir fliegerisch noch unbekannt, die Luftraumstruktur um Basel und Zürich herum ist auch nicht ganz ohne.

Für den 9.4.14 scheint die Wetterprognose günstig.  


Auf der Seite der Skyguide gibt es die notwendigen Informationen zum Luftraum Basel (Sektoren Tango 1 bis 3 mit ähnlichen Verfahren wie im Luftraum um Stuttgart).
Anrufe bei Skyguide und DFS ergeben keine Klarheit bezüglich der Frage, ob für den Ventus2cM wegen der K-Zulassung Flugplanpflicht besteht. Ich entscheide mich daher, als Segelflugzeug keinen Flugplan aufzugeben, da ich mich im Segelflugmodus ohnehin nicht an exakte Höhen und Kurse halten kann.

Start um kurz nach 10 Uhr Lokalzeit bei bereits gut entwickelter Thermik und Basis bei ca. 1500m MSL. Ich komme relativ gut voran. Richtung Süden steigt mit fortschreitender Zeit die Basis deutlich an. Querab Hütten darf ich nur noch 1700 MSL, was in dem Gelände nicht wirklich hoch ist. Der Flugplatz Fricktal auf Schweizer Seite gibt Sicherheit für den Fall, dass im Jura an Weiterflug nicht zu denken wäre. Entlang der Autobahn Basel-Bern im Gleitwinkel des Flugplatzes mache ich Höhe, darf aber wiederum wegen des Luftraumes nur bis etwa 1.700m MSL steigen. Die Höhe reicht gerade so um bei Olten den Kamm des Juragebirges zu erreichen. Von da an ist der Weiterflug bis zum Bieler See ein Kinderspiel. Kurz vor Courtelary drehe ich um. Die Wolken weiter südwestlich verheißen nichts Gutes, die Toptask-Prognose des DWD hat dies auch so prophezeit.

Der Rückflug nach Fricktal ist wieder unproblematisch. Ärgerlich nur, dass man Höhe wegen des Luftraums aufgeben muss. Statt die Klappen zu ziehen entscheide ich mich, die Höhe in Geschwindigkeit umzusetzen.

Leider wird der Anschluss von Süden an den Schwarzwald nicht ganz so einfach. Bei Bad Säckingen und bei Reiselfingen endet der Segelflug zweimal beinahe vorzeitig. An das Starten des Motors wäre in 200 m Höhe auch nicht mehr zu denken.
Ab Blumberg läuft es wieder wie am Schnürchen bis kurz vor Ulm. Da die Thermik ab Ulm tageszeitbedingt nachlässt und es Richtung Osten auch wieder „blauer“ wird, entschließe ich mich zum Umkehren. Die Steigwerte auf dem Rückweg entlang der Alb sind immer noch gut, aber deutlich nachlassend. Deshalb geht es querab des Klippenecks nach Umrunden des EDR 132 auf direktem Weg nach Hause. Nordwestlich der Alb hat die Thermik bereits fast vollständig abgebaut, sodass ich Mühe habe, ohne Motoreinsatz in Haiterbach anzukommen.

Das nächste Mal bis zum Genfer See!

 

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